Frauen finden heute im Kulturbereich insgesamt noch immer weniger Beachtung
und Förderung als Männer. In Europa kommen nur 10 bis 15 Prozent der
öffentlichen Mittel der Kunstförderung Frauen zugute.
Dabei gibt es große Unterschiede je nach Kunstsparte. Frauen, die im
Bereich von Theater, Tanz oder Literatur arbeiten, haben es im Vergleich zu
ihren Kolleginnen aus dem Bereich Kunst oder Musik wesentlich leichter, sich
einen Namen zu machen. Beispielsweise war für die Spielzeit 1997 / 98 nur
eine einzige Dirigentin an der Wiener Staatsoper verzeichnet. Ihr standen 33
männliche Kollegen gegenüber.
Beschäftigt man sich mit historischen Künstlerinnen, so ist die Situation
vielleicht noch drastischer. Zu allen Zeiten gab es bedeutende Malerinnen, Komponistinnen,
Schriftstellerinnen, etc.. Sie waren in ihrer Zeit teilweise sehr beliebt oder
haben sogar den Weg für epochale Entwicklungen geebnet. Ihr Schaffen aber
wurde „vergessen“ und bis heute in den meisten Fällen noch
nicht wieder entdeckt und nach Gebühr gewürdigt. Während in Bibliotheken
und Archiven Tausende von Werken aus der Feder von Komponistinnen schlummern,
besteht das Konzertrepertoire weiterhin zu mehr als 99 % aus Werken von Männern.
Um den Anteil von Frauen in Kunst und Kultur angemessen herauszustellen, haben
wir uns dazu entschieden, Unterrichtsmappen herauszugeben, die sich ausschließlich
auf die weibliche Seite der Kreativität konzentrieren. Nur so können
in den nächsten Generationen etwaige Vorurteile gegen Komponistinnen und
andere Künstlerinnen abgebaut werden.
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